Ortschronik

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Ortsgeschichte von Roßbach

Die Gegend um Roßbach dürfte wohl schon in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein. So sind bei Berg, nördlich von Roßbach Hügelgräber zu sehen. Derartige Grabanlagen gehen meist auf die Bronzezeit (2000 bis 1200 v. Chr.) zurück.  Südlich von Roßbach ist eine Wallanlage aus der Hallstadtzeit (700 bis ca. 500 v. Chr.) zu erkennen.

Archäologisch ist in diesem Gebiet aber noch kaum etwas erforscht worden, sodass es oft nur bei Vermutungen bleiben muss.
Der Name Roßbach kann auf zweierlei Art erklärt werden. Einmal, dass die Pferde zum kleinen Bächlein, heute Luderbach, früher Roßbach genannt, zur Tränke geführt wurden und von daher der Name kommt. Eine zweite Erklärung des Namens ist, dass früher in der Gegend viel Flachs angebaut wurde, aus dem Leinen hergestellt wurde. Alte Leute erzählten noch von den „Hoahäusern“. Im Mittelhochdeutschen finden wir den Ausdruck „roeze, roezzen“, was bedeutet: faul werden, faul machen. Das ist die Lache, worin Flachs „geröstet“ – mürbe gemacht wurde. Dies geschah meistens in Flussnähe. Die flachen Ufer und Tümpel der Kollbach wären zu diesem Rösten gut geeignet gewesen. So könnte aus dem Namen Roezzepah ein Rossopah – Roßbach entstanden sein.
Roßbach taucht zum ersten Mal im Pago Quinzingove 760 und zwar in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Mondsee auf und zwar als „Rosspach“.
Von dieser Ortschaft kamen im 8. Jahrhundert mehrere Güter durch Schenkung des Herzog Tassilo II. (?) an das Kloster Mondsee.
In der Beschreibung des Filusgave oder Vilsgau später bekannter unter Chunzengowe oder Quinzingau erscheinen zum Jahre 814 Meginharteshusir oder Mingershausen oder Münchshausen (Münchsdorf) am Radlsbach unter Tassilo II., Rossopah oder Rosspach (Roßbach) am rechten Kollbachufer.
Im Jahre 814 gab Abt Landbert diese Güter an den Edelmann Vuoluarno (Wolfer) für seine Ansprüche auf Neussling.
Von den Gütern, welche Adelige in dieser Ortschaft besaßen, gab die Edelfrau (Matrona) Hazicha um 1120 ein Gut zum Kloster St. Nikola. Auch das Kloster Osterhofen erlangte um diese Zeit ein Gut zu Roßbach und vertauschte es im Jahre 1143 gegen die Kirche Chassen an das Hochstift Passau. Ein Purkhart und seine Schwester Diemont gaben um 1136 ihr Gut zum Kloster St. Nikola. Im 13. Jahrhundert besaß „Dietricus de Baumgarten“ (Dietrich von Baumgarten) zwei ganze Höfe daselbst, und zwar einen in Ober- und einen in Unterroßbach und eine Mühle an der „Chalba“ (Kollbach), die er im Jahre 1248 sämtlich an das Kloster Aldersbach gab.
1321 soll Roßbach im Besitze der Brüder Fridericus und Reichker Siegenheimer gewesen sein. 1350 sind Fridericus und Liebhard Siegenheimer, 1379 Hans Siegenheimer, des Fridericus Sohn belegt. 1393 bis 1413 hat Reinhard Siegenheimer zu Baumgarten Roßbach inne. 1426 wird Magdalena Siegenheimer (Reinhards Tochter) als Besitzerin von Pienzenau zu Hartmannsberg, dem sie nach dem Tode ihres Vaters (1453) alle ihre Forderungen, die sie zum Schlosse Baumgarten und seinen Zugehörungen gegen Herzog Ludwig von Bayern hatte, übergab, genannt.
Am 24. August 1456 gab Herzog Ludwig von Bayern an Friedrich Pienzenau zu Hartmannsberg und an seine Erben mit der Hofmark Baumgarten auch Hofmark und Tafern zu Roßbach samt Fischwasser und Holzmark zu Lehen.
Ein Einschnitt ereignete sich am 16. Oktober 1504. An diesem Tag ließ Kaiser Maximilian I. Hans von Pienzenau im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg in Kufstein enthaupten.
Noch 1510 war Roßbach ein Pertinenz von Baumgarten. Als Inhaber wird wieder die Familie Pienzenau zu Baumgarten und Asenham genannt.
1551 wurde Roßbach an Hans Christoph von Pienzenau für sich und als Lehenträger seiner Mutter und seiner Geschwister verlehnt.

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1559 lieh Albrecht, Herzog von Bayern, Roßbach an Hans Conrad von Pienzenau. 1599 lassen sich die Pienzenauer mit Friedrich Christoph und Hans Bernhard ebenfalls auf Roßbach nachweisen, ebenso im Jahre 1602. 1627 ist Friedrich Christoph Pienzenau zu Baumgarten, Peterskirchen und Asenham auf Roßbach bezeugt.
Die Pienzenauer sind seitdem in lückenloser Besitzerfolge bis 1627 auf Roßbach festzustellen.
Die Pienzenauer sollen auf dem Bräuberg auch eine Burg oder ein Schloss gebaut haben. Von da aus, erzählten alte Leute, soll ein unterirdischer Gang bis nach Berg geführt haben. Auf dem Bräuberg kann man heute noch Wallanlagen sehen. Ob sie aber von der früheren Burg herrühren ist fraglich.
Nach dem Tod des Friedrich Christoph von Pienzenau 1629, wurde der gesamte Besitz der Familie der Pienzenauer zwischen seiner Schwester, einer verehelichten von Perlaching und seinen drei Töchtern geteilt.
Am 4. Juli 1646 bat eine der Töchter, Sabine von Amsham, geb. Freiin von Pienzenau, den Kurfürsten Maximilian um Belehnung mit der Hofmark und Tafern Roßbach für sich und ihre drei Kinder (Adam Franciscus, Maria Catharina und Clara). Sie hatte die Hofmark mit Landesherrlichem Consens con Hans Georg Elsenberg und seiner Gemahlin Genofa, geb. von Perlaching gekauft. Die Bitte zeitigte Erfolg, wie der Lehenrevers des Hofgerichtsadvokaten Georgius Weiß (der von ihr zum Empfang der Lehen bevollmächtigt worden war) über Hofmark, Tafern, Back- und Braustatt, Fischwasser usw. beweist.
Wie aber sind die Besitzverhältnisse in der Zeit von 1629 und 1646 zu erklären?
Am 27. Mai 1646 sandte Hans Georg Hienheim zu Baumgarten dem Kurfürsten Maximilian die an Sabina von Amsham zu Oberndorf, geb. Freiin von Pienzenau, und ihre Kinder verkaufte Hofmark Roßbach auf. Es ist also anzunehmen, dass der genannte Hans Georg von Hienheim auf anscheinend nicht überlieferte Art und Weise nach 1629  die Hofmark an sich gebracht hatte und sie 1646 wieder an Sabina von Amsham veräußerte.
1648 ging die Hofmark dann an den Sohn der Genannten, Adam Franciscus, über. Er hatte die Lehen durch Vertrag mit seiner Schwester alleine an sich gebracht. Die von Amsham sind bis zum Jahre 1696 im Besitz der Hofmark nachweisbar.
1699 empfing Carl Franz Freiherr von Lerchenfel, kurfürstlicher Kämmerer und Hofrat, Pfleger und Hauptmann in Friedburg, als Lehenträger seiner Gemahlin Maria Veronica Francisca, geb. von Edelbeck zu Schönau, und seiner zwei Kinder aus voriger Ehe (Franz Adam Joseph Freiherr von Lerchenfel, kurfürstlicher Kämmerer und Hofrat sowie Maria Francisca Catharina, der Gemahlin des Carl Ferdinand Cajetan von und zu (Alten-) Fränking, kurfürstlicher Kämmerer) die Hofmark Roßbach.
Bis 1743 blieb Roßbach ungeteilt in Händen derer von Lerchenfeld. (Die Lerchenfeld spielten auch beim Kirchenbau zu Roßbach eine wichtige Rolle!)
1743 ging die halbe Hofmark über an Adolf  Freiherr von Hörwart auf Hohenburg als Lehenträger seiner Tochter Maria Theresia (aus der Ehe mit Josepha, geb. von Fränking, s. o.) und andererseits an Franz Joseph Baron von Seibelsdorf.  Dieser empfing seinerseit wieder die Lehen für sich und als Lehenträger seiner zwei Brüder (Maximilian, geistlichen Standes, und Felix, kaiserlicher Hauptmann unter dem Graf Preysingischen Regiment):
Die sich so verzweigenden Besitzverhältnisse sind damit zu erklären, dass die Anteile der erwähnten Maria Catharina  Francisca, geb. Freiin von Lerchenfeld, dann verehelichten Gräfing von Fränking, dann verehelichte und verwitweten Freein von Seiboldsdorf an die oben genannten fielen.
Eine Nachricht über die Besitzverhältnisse von 1748 entspricht denen von 1743. Durch Heirat ging der Anteil einer von Seiboldsdorfischen Tochter an den kurfürstlichen Kämmerer, Regierungsrat und adjungierten Rentmeister zu Landhut, Johann Nepomuk Anton Freiherr von Berchem über. Nach dem Tode ihres Bruders und dem Eintritt ihrer Schwester ins Kloster (Maria Josepha, die in das Stift zu Hall im Inntal eingetreten war) kamen auch deren Anteile an den Freiherrn von Berchem.
Die andere Hälfte der Hofmark, 1752 einer Baroneß von Lerchenfeld gehörig, kam 1753 durch Heirat an August Joseph Graf von Gronsfeld, Graf Torring und Jettenbach, kurfürstlicher Kämmerer, wirklicher geheimer Rat, Hofratspräsident und Erbpfleger, Kastner zu Trostburg und „des Ritterordens St. Georgii Groß Comendur“.
Spätestens 1800 war die Hofmark in den Händen von August Joseph Gaudenz Graf von Törring-Jettenbach vereinigt, da er den anderen Teil gekauft hatte. Eine Beurkundung lässt sich allerdings nicht auffinden.
Der Generallandesdirektion in Bayern wurde vom Landgericht Pfarrkirchen unterm 5. Dezember 1805 mitgeteilt, dass – gemäß einer Anzeige des Hofmarksgerichtes Roßbach – die Hofmark durch Kauf von den Grafen von Töring an Anton Popp, Bürgermeister zu Landshut, übergegangen sei.
Roßbach bestand in der Form eines Patrimonialgerichts II. Klasse bis zum Jahre 1829 weiter.

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Auch die Freiherrn von Mandel zu Münchsdorf sollen Besitzer der Hofmark gewesen sein und in der historisch-topographischen Beschreibung „Der ehemalige Schweinach-Quinzingau“ von Joseph Klämpfl, Pfarrer in Dommelstadl von 1855 heißt es, dass Roßbach zu dieser Zeit zur Herrschaft Münchsdorf gehörte. Die Gutsherrschaft besitzt das Schutzrecht über die hiesige Kirche und es sind ihr auch Bräuer-, Bäcker-, Bader- und Metzger-Gerechtsame und das Fischerrecht im Kollbache eigen. Später wurden die von Aretin zu Münchsdorf und Haidenburg Eigentümer der alten Rechte. Sie übten fortlaufend das Besetzungsrecht der Schulstelle Roßbach aus.

Zum Umfang der Hofmark:
1597 umfasste die Hofmark neben dem Dorf Roßbach die Tafern, eine Mühle, sechs Höfe und 15 Sölden. 1672 wurden aus dem Gericht noch zwei halbe Höfe hinzugekauft.

Im Stichjahr 1752 wies die Hofmark Roßbach folgende Handwerker auf: je einen Weber, Bader, Zimmermann, Hufschmied, Binder und Bäcker sowie je zwei Schuhmacher und Metzger. Der Beruf des Wirtes war einmal vertreten.

1855 zählte Roßbach laut einer Beschreibung 35 Häuser und eine Expositurkirche.
1878 zählte das Dorf Roßbach 78 Gebäude, 1 Kirche, 1 Gottesacker, 1 Schule und ein altes Bräuhaus.
1950 zählte die Gemeinde Roßbach 531 Einwohner. (239 männlich, 292 weiblich)
Davon waren 54 evangelisch und 477 katholisch. (Stand Volkszählung 1950)
Einheimische Bewohner 390, Flüchtlinge 126, Ausländer keine.(Stand 31.12.1951)

Der südliche Ortsteil von Roßbach trug bis ca. 1983 den Namen „Moos“. Diese ganze Gegend bis an den Fuß von Höglsberg war bis vor Jahrzehnten ein Sumpfgebiet, welches nach und nach trocken gelegt wurde. Sumpfgebiete wurden gemieden. So finden wir die alten Ansiedlungen auf den Höhenrücken rundum (Luderbach, Klessing, Hansled, Oberes Öd, Unteres Öd). Auch heute noch ist das Gelände feucht. Der Name Moos wird nur noch von alten Leuten gebraucht.

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Die Gemeinde Roßbach heute

Das jetzige Gemeindegebiet Roßbach umfasst fünf ehemalige Gemeinden:
Roßbach, Schmiedorf, Untergrafendorf, Münchsdorf und Thanndorf. Durch die Gebietsreformen 1972 und 1978 entstand die Gemeinde Roßbach mit ca. 2900 Einwohnern. Bis 1968 hatten die Dörfer Roßbach, Münchsdorf und Thanndorf ihre eigenen Schulen.
Weit über seine Grenzen hinaus ist Roßbach durch die Konservenindustrie bekannt geworden. Die Firmen Wasmeier und Stadler, Eggersdorfer, Butzenberger, Zauner und Hofmann lieferten bzw. liefern ihre Produkte an Lebensmittelgeschäfte in ganz Deutschland. Heute produzieren noch die Firma Wasmeier und Stadler und die Firma Eggerstorfer Konserven mit Gemüse aus dem Umland. Es besteht eine Zentrale Wasserversorgung die nahezu in alle Teile der Gemeinde einwandfreies Trinkwasser liefert. Auch eine Abwasseranlage besteht schon seit Jahren in Roßbach mit einem weit verzweigten Kanalnetz. Beide Einrichtungen verursachten und verursachen der Gemeinde hohe Kosten. Das Dorf ist reich an Handwerksbetrieben. Auch die Gastronomie nimmt einen hohen Stellenwert ein. In sieben Wirtshäusern oder Gastwirtschaften können die Roßbacher Bürger ihre Geselligkeit pflegen. Noch gibt es auch ein intaktes Vereinsleben in der Gemeinde. Vereine wie Freiwilligen Feuerwehren, Fußballvereine, Krieger- und Soldatenkameradschaften, Schützenvereine, Faschingsgilde, Katholischer Frauenkreis und Frauenbund, Katholische Männerkongregation und einige Stammtischvereine halten den Gemeinschaftsgedanken aufrecht.
Durch mehrere Siedlungsgebiete wächst der Hauptort Roßbach beständig. Die dörfliche Entwicklung wird vielfach gefördert um den heimatlichen Raum wirtschaftlich und kulturell stärken.

Quellen:
Historischer Atlas Bayern, Amtsgericht Pfarrkirchen und Landau/Isar
Heimatkundliche Stoffsammlung der Grundschule Roßbach
Pfarrarchiv Roßbach
Dr. Wulzinger, Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden

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Ortsgeschichte von Münchsdorf

Münchsdorf, eine Hofmark mit einem Schloss und einer Filialkirche nebst einer Schule liegt eine halbe Stunde südwestlich von Roßbach an der Bezirksstraße Anstorf – Vilshofen.
Die Hofmark Münchsdorf verdankt ihre Gründung und ihren Namen ohne Zweifel jenem Meginhard, der im 8. Jahrhundert im Besitze des nahen Ortes Meginhardshausen war und 773 den dritten Teil seiner Besitzungen dem Kloster Mondsee schenkte.

Münchsdorf hieß ursprünglich Meginhardesdorf.

In der Folge kamen die Grafen von Ortenburg in den Besitz von Münchsdorf. Graf Heinrich von Ortenburg aber überließ es 1370 pfandweise an Friedrich von Stachel von Stacheleck unweit von Münchsdorf (jetzt Stachelsberg genannt, eine halbe Stunde von Münchsdorf entfernt). Von diesem kam es um 1411 durch Erbschaft an die Herren von Cramer, von diesen ebenfalls durch Erbschaft 1477 an die Seiboldsdorfer, welche es in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts an Johann Mandel, Freiherrn von Deutenhofen, kurfürstlich geheimer Rat und Hofkammerpräsidenten, verkauften.
Im Besitz der freiherrlichen Mandelschen Familie blieb Münchsdorf bis zum Jahre 1816, wo es Anton Freiherr von Mandel, königlich Bayerischer Kämmerer an die verwitwete Frau Generalin der Infanterie, Gräfin von Deroi, geborene Freiin von Hertling verkaufte.
Diese aber veräußerte es schon um des Jahr 1824 an den Freiherrn von Tautphöus, Direktor der königlichen Regierung des Unterdonaukreises. Von dieser Familie erkaufte es um 1837 der königliche Regierungsdirektor Georg Ritter von Greiner, von dem es nach kurzer Zeit an den Staatsrat von Maurer kam. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Freiherrn von Aretin Besitzer des Schlosses und Schlossgutes.
Im 30-jährigen Krieg scheint dieses Schloss größtenteils verwüstet worden zu sein, da noch im Jahre 1721 eine Ruine davon sichtbar war. Den Ortscharakter einer Hofmark verlieh dem Dorf das Schloss. Der heute zweigeschossige Bau ähnelt einem griechischen Edelsitz und bildet eine quadratische Anlage, darauf ein Satteldach mit Giebeln aus dem Jahren 1836/37. In der Mitte der Front liegt das Portal, das direkt zum Treppenhaus führt. Der Bau macht einen herrschaftlichen Eindruck. Das Schloss ist heute noch im Besitz derer von Aretin.

Quellen:
Historischer Atlas Bayern, Amtsgericht Pfarrkirchen und Landau/Isar
Heimatkundliche Stoffsammlung der Grundschule Roßbach
Pfarrarchiv Roßbach
Dr. Wulzinger, Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden

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Ortsgeschichte von Thanndorf

Im Jahre 1223 wird Thanndorf das erste Mal urkundlich erwähnt. Woher der Name „Thanndorf“ stammt, ist bis heute noch nicht geklärt. Fest steht nur, dass er nichts mit Tannenbäumen zu tun hat, denn in der früheren Zeit schrieb man entweder Donndorf oder Dandorf. Die heutige Schreibweise taucht erstmals im 19. Jahrhundert auf.
Ein Ulrich sowie ein Heinrich von Thanndorf und auch noch andere Familienmitglieder unterschrieben eine Urkunde des Klosters St. Nikola in Passau.

Bezirksarzt Dr. Michael Wulzinger von Eggenfelden, der um 1840 Arzt in Arnstorf war, berichtet in seinem Buch „Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden“ folgendes über ein „vormaliges Schloss Thanndorf“:
„Fünfeinhalb Stunden nördlich von Eggenfelden, im Bezirksamte Eggenfelden, im Landgerichte Arnstorf, Pfarrei St. Mariakirchen und Gemeinde Thanndorf, an dem Verbindungswege von Kudlhueb durch das Radelsbacher Thal nach Münchsdorf, liegt auf einer sanften Anhöhe das Dorf Thanndorf mit 67 Einwohnern, 46 Gebäuden, 1 Kirche mit Sepultur (= Friedhof) und Schule.
Das vormalige Schloss war in der Nähe der Kirche gebaut, welche ohne Zweifel früher eine Schloßkapelle gewesen ist. Dieser Ort hatte einst sein eigenes Edelgeschlecht, „de Tanndorf“ genannt.
Die uralte Filialkirche Thanndorf, wie fast alle jetzt noch stehenden Gehöfte und Orte längs des stillen, melancholischen Radelsbacher Thalgrundes, sind bis ins graueste Alterthum unseres altdeutschen Gemeindewesens historisch nachweisbar.“
Was aus dem Edelgeschlecht der „Tanndorfer“ geworden ist, weiß heute niemand mehr.
Im Jahre 1395 ließ Landgraf Sigost von Leuchtenberg ein Urbar anfertigen, aus dem hervorgeht, dass Thanndorf und Oberbubach den Herren von Haidenburg abgaben- und zehentpflichtig waren.
Im Jahre 1597 übte Wolf Friedrich von Closen, der auf Haidenburg residierte, die Hofmarksgerechtigkeit (Gerichtsbarkeit) aus.
1752 gehörte Thanndorf zum Pfleggericht Reichenberg (Pfarrkirchen). Die Bauern durften die Höfe nur bewirtschaften, dem Besitzer mussten alljährlich erhebliche Abgaben gezahlt werden.
1799 wurde das Pfleggericht Reichenberg aufgelöst und Thanndorf kam nun zum neuen Landgericht Pfarrkirchen.
Am 1. Juli 1862 kam Thanndorf mit den umliegenden Dörfern zum neugegründeten Amtsgericht Arnstorf.
1887 hatte die Gemeinde nach einer Beschreibung von Pfarrer Schiffl 499 Seelen und 72 Häuser, 1907 waren es bereits 560 Seelen.
Thanndorf war bis 1972 eine selbständige Gemeinde, wie Münchsdorf, Roßbach, Schmiedorf und Untergrafendorf auch. Nun schloss man sich mit Münchsdorf zu einer größeren Einheit zusammen. Seit 1978 gehört der Ort Thanndorf nun zur Gemeinde Roßbach mit ca. 2900 Einwohnern.

Quellen:
Historischer Atlas Bayern, Amtsgericht Pfarrkirchen und Landau/Isar
Heimatkundliche Stoffsammlung der Grundschule Roßbach
Pfarrarchiv Roßbach
Dr. Wulzinger, Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden

Alte Ansichten von Thanndorf
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Ortsgeschichte von Schmiedorf

Der Ort Schmiedorf, mit Nebenkirche St. Johannes der Täufer, nordwestlich von Roßbach gelegen, spielte in der Geschichte auch eine wichtige Rolle. Die Geschichte dieses Ortes zu schreiben bedeutet aber einige Schwierigkeit, da es mehrere Orte mit dem Namen Schmiedorf gibt. Wahrscheinlich ist, dass das Schmiedorf des 12. Jahrhunderts identisch ist mit dem Schmiedorf im Landkreis Landau a. d. Isar.

Das Kloster Aldersbach erhielt 1170 Güter in Malgersdorf, Gravindorf (Grafendorf) und Smidetorf (Schmiedorf), nachdem bereits im Jahre 1140 ein „Vir Roudeger de Smidorf“ ebenfalls an Aldersbach eine Schenkung vollzogen hatte. Im 13. Jahrhundert ist Schmiedorf öfters belegt. 1317 wird die Mühle zu „Smidorf“ genannt. Im 14. und 15. Jahrhundert gehört Schmiedorf zur Herrschaft Oberndorf an der Vils. Seit ca. 1500 wird Schmiedorf als „hölzerner Sitz“ mit einer geschlossenen Hofmark bezeichnet. Im 16./17. Jahrhundert werden verschiedene Besitzer angeführt, so die Stainhauser, Kettenauer und Mittersdorfer. Daniel Plittersdorfer verkauft die Hofmark ca. 1630 an das Kloster Aldersbach, das die Hofmark bis zu seiner Aufhebung in Händen hält.

Nach den Konskriptionen 1752 umfasste die Hofmark Schmiedorf (Dorf, Gemeinde Schmiedorf) insgesamt 30 Anwesen. In Schmiedorf soll auch ein Schoss gestanden sein. Der Hausname Schlossbauer erinnert noch daran.

Quellen:
Historischer Atlas Bayern, Amtsgericht Pfarrkirchen und Landau/Isar
Heimatkundliche Stoffsammlung der Grundschule Roßbach
Pfarrarchiv Roßbach
Dr. Wulzinger, Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden

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Ortsgeschichte von Tabeckendorf

Tabeckendorf, östlich von Roßbach gelegen, mit Nebenkirche St. Laurentius, ist in Urkunden mit Tabrichendorf, Thehurikendorf angegeben. Um das Jahr 1120 bezeugen Dietmar de Tabarichendorf und Adalbero de Tabrichendorf mit Gotefrit und Pezilo de Heidendorf, Heinricus de Heinrichsdorf, Hiltepolt und Courat de Perindorf eine Schenkungsurkunde des Klosters Priefling (bei Regensburg).

Um das Jahr 1160 erscheint ein Ditricus de Tabraichendorf als Zeuge beim Kloster Reichersberg, im Jahre 1194 unterzeichnet ein Rähwin von Tabrichendorf als Ministeriale des Bischofs Wolfker von Passau eine Urkunde desselben, im Jahre 1224 ist ein Alramus von Thehurikendorf Zeuge in einer Schenkungsurkunde des Klosters Aldersbach. Hinter der Kirche soll vor Zeiten ein Schloss gestanden haben.

Quellen:
Historischer Atlas Bayern, Amtsgericht Pfarrkirchen und Landau/Isar
Heimatkundliche Stoffsammlung der Grundschule Roßbach
Pfarrarchiv Roßbach
Dr. Wulzinger, Beschreibung des Bezirksamtes Eggenfelden

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