Schulchronik

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Schulgeschichte von Roßbach

Ein gewisser Johann Georg Müller aus Arnstorf ehelichte 1765 das Enkelkind des Mesners und Organisten aus Roßbach. Er übernahm auch die Mesner- und Organistendienste. Dieser Georg Müller war gleichzeitig auch als erster Lehrer in Roßbach tätig.

Für seine Lehrtätigkeit reichten seine einfachen Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse aus. Von einem Lehrer wurde damals nur erwartet, dass er den Bauerskindern das Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachte. Mehr brauchten sie nicht zu lernen. Die Grundlagen des Religionsunterrichts konnte ihnen auch der Mesner in Person des Lehrers beibringen, und für das Weitere war der Pfarrer zuständig.

Als Nebenerwerb übte Georg Müller in den ersten Jahren seiner Lehrtätigkeit neben dem Mesner- und Organistendienst noch das Schneiderhandwerk aus, und er war als Hochzeitsprokurator unterwegs.

Der Schulbesuch war noch freiwillig, der Verdienst des Lehrers sehr gering, die Familie sehr groß und er musste unter ärmlichsten Bedingungen alle Kinder des Ortes unterrichten. Daran änderte sich auch nicht viel, als 1802 in Bayern die Schulpflicht eingeführt wurde.

Das erste Schulhaus in Roßbach war eigentlich kein Haus im eigentlichen Sinn, sondern es war nur ein einziger Raum aus Holzgebälk errichtet. Das Schulhaus befand sich am Ufer des Luderbaches. Um es vor Hochwasser zu schützen, wurde ein Damm errichtet. Aber gerade zur Zeit der Schneeschmelze oder bei starken Regenfällen konnte der Damm das Wasser nie abhalten, was zur Folge hatte, dass Fußboden und Gebälk rasch verfaulte.

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Erstes Schulhaus in Roßbach

1807 wäre bereits eine dringende Reparatur an dem baufälligen Schulhaus notwendig gewesen. Die Reparaturkosten waren aber so aufwändig, dass es nur beim „Überschlag“ blieb.

Die Mängel blieben also die gleichen und der Lehrer versuchte soweit es ging selbst zu reparieren. Er ließ z. B. neue Bretter in den Fußboden schneiden, weil sich sonst so manches Kind seinen Fuß gebrochen hätte.

Doch es geschah in den nächsten Jahren nichts, obwohl ständig Schulinspektoren auf den äußerst baufälligen Zustand hinwiesen.

1821 fand sein Sohn Johann Baptist Müller Anstellung als Gehilfe bei seinem Vater. Bei dessem Tode wurde ihm 1822 die Lehrstelle erst provisorisch übertragen. Georg Müller war 57 Jahre Lehrer in Roßbach gewesen.

Johann Baptist Müller musste bereits eine Prüfung für das Lehramt machen. Auch er kämpfte mit den gleichen Schwierigkeiten als sein Vater, dem sehr unregelmäßigen Schulbesuch und den unvorstellbar schlechten räumlichen Voraussetzungen.

1838 tritt wiederum ein Johann Baptist Müller seinen Dienst als Lehrer in Roßbach an. In seine Ära fallen die Planungen für das nun absolut notwendige Schulhaus in Roßbach.

Dem jüngsten „Müller-Lehrer“ wurden die besten Beurteilungen ausgestellt. Doch trotzdem wurde er plötzlich 1857 nach Künzing versetzt. Aber in diesem Jahr wurde endlich das neue Schulhaus erbaut.

Es wird vermutet, dass er seinen „Verweis“ bekam, weil wahrscheinlich seine Forderungen zu wenig berücksichtigt wurden und er sich zu „ungebührlichem Verhalten“ gegenüber seinem Vorgesetzten hinreißen ließ.
Damit endet in Roßbach die Ära der Müller-Lehrer.

Der 1. Müller war Träger der Ehrenmünze des König-Ludwig-Ordens, der 2. Müller war Träger des Silbernen Ehrenzeichens der bayerischen Armee, der 3. Müller war Träger der besten Prädikate eines Schulmannes des 19. Jahrhunderts.

1857 wurde nun endlich ein Schul- und Mesnerhaus in Roßbach erbaut. Dieses neue Schulhaus konnte auch erst nach langwierigen Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Bäcker Uttendorfer errichtet werden.

Beinahe hundert Jahre hat es gedauert, bis aus der sehr einfachen Schulstube in Roßbach ein Schulhaus mit Klassenräumen, und aus der armseligen Mesnerwohnung eine Lehrerwohnung geworden ist.

Das neue Haus stand mitten im Dorf. Es war bereits aus Ziegel gebaut. Bekannt ist es als „Knödl-Haus“, das heute noch steht und im Besitz von Günther Ratz ist. Es waren zwei „Unterrichtslokale“ vorhanden, je 50 Fuß lang, 30 Fuß breit und 10 Fuß hoch.

Die feierliche Eröffnung fand am Michaelitag, dem 29. Sept. 1857 statt.

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Schulhaus von 1857

Schullehrer von Roßbach:

1859 -70 Gottfried Maierholzer
1871 -77  Punk
78/79 Franz Silberbauer hatte bereits Hilfslehrer
1896 -26 Josef Maier

Auffallend viele Schulversäumnisse wurden bei den Schulinspektionen festgestellt. Die Schüler besuchten teilweise nur sporadisch den Unterricht, da sie zu Hause z.B. bei der Ernte helfen, Kühe hüten, oder den Haushalt führen mussten. Die Eltern waren nur schwer von der Notwendigkeit des regelmäßigen Schulbesuches zu überzeugen. Deshalb wurde dem Pfarrer von Obergrafendorf die Schulaufsicht übertragen. Man glaubte damit einen regelmäßigeren Schulbesuch der Kinder zu erreichen.

Unterrichtszeit:

Winter: 7-10 Uhr und 12-15 Uhr
Sommer: 6-9 Uhr und 12-14 Uhr
Mittwoch und Samstag war Nachmittag schulfrei.

Das Schulgeld betrug in Roßbach 1 Gulden und 30 Kreuzer für die Werktagsschüler. Es herrschte eine sehr mangelhafte Zahlungsmoral, trotz der Strafandrohung seitens der weltlichen Behörden.

1906 musste das Schulhaus wegen Baufälligkeit aufgelassen werden und es wurde auch zu klein. Es entstand der Altbau unseres jetzigen Schulhauses, mit 3 Klassenzimmern und 2 Lehrerwohnungen.
Das Schulhaus wurde zwar termingerecht im November 1906 fertig gestellt, der Unterricht konnte aber erst später beginnen, da über 100 Schüler an Masern erkrankt waren.
Im Erdgeschoss war die Gemeindekanzlei untergebracht.

Ab 1927-1948 war Alfons Einzinger Schulleiter und Lehrer in Roßbach. Während des Krieges wurden auch häufig Aushilfslehrer eingesetzt.

Im Schuljahr 1949/50 wurde im Erdgeschoss ein Notlehrsaal eingerichtet, dadurch war wieder Vollunterricht möglich. Das wurde notwendig, weil zu dieser Zeit noch so viele Flüchtlingskinder zu beschulen waren.
Im selben Schuljahr wurde im Dachgeschoß eine Lehrerwohnung „2. Ordnung“ ausgebaut. Die vom Lehrer Friedrich bewohnt wurde.
Es gab zu dieser Zeit 4 „jahrgangsübergreifende Klassen“:

1. und 2. Klasse, 3. und 4. Klasse
5. und 6. Klasse, 7. und 8. Klasse

Von 1948-1953 war Hauptlehrer Madl Schulleiter in Roßbach. 1953 wurde Wilhelm Müller neuer Schulleiter.

 

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Schulhaus 1906

An der 1906 erbauten Schule nagte der Zahn der Zeit. Es wurden seit dem Neubau 1906 keine größeren Reparaturen durchgeführt. Auch die Kriegszeit hatte ihre Wunden hinterlassen. Die Räume mussten z.B. mit den alten Kohleöfen beheizt werden und vor allem die sanitären Anlagen entsprachen in keiner Weise den sanitären Anforderungen. Deshalb entschloss sich die Gemeinde Roßbach 1961 das Schulproblem zu lösen. Das alte Haus wurde total renoviert, ein Trakt für die sanitären Anlagen angebaut, die Lehrerwohnungen neu saniert, für die Gemeindeverwaltung wurde ein Anbau errichtet, und vor allem wurde ein vierter Schulsaal gebaut.

Während der Umbauzeit fand zur Freude der Kinder von drei Klassen der Unterricht im Gasthaus Zeiler in Schmiedorf statt und eine Klasse wurde im Jugendheim, im Pfarrhaus unterrichtet. Der Neubau wurde unter Leitung des neuen Schulleiters Karl Dittrich ausgeführt.

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Richtfest

Karl Dittrich war ab 1960 Schulleiter in Roßbach.

1969 Schulreform: Einführung der 9. Klasse

Zusammenlegung der Schulorte Münchsdorf, Thanndorf, Roßbach zur Verbandsschule Roßbach

Unterrichtet wurde in folgenden Schulhäusern:
Münchsdorf: alte Schule und Berufsschule Thanndorf: Schulbau und Jugendheim Roßbach: die Lehrerwohnungen wurden zu Klassenzimmern umgebaut.

1975: Auflösung der Volksschule in Roßbach

Hauptschule: Klasse 6-9 kam nach Arnstorf die Grundschule blieb in Roßbach

Ab 1978 war Walter Riedel Schulleiter in Roßbach. Während seiner Amtszeit und in Zusammenarbeit mit Bgm. Ludwig Peter wurde die Turnhalle errichtet, und die Ölöfen wurden durch eine moderne Zentralheizung ersetzt. Die Klassenzimmer wurden immer wieder renoviert: Böden erneuert, helle Decken und neue Beleuchtungen installiert, Möblierung erneuert, das 1. richtige Lehrerzimmer eingerichtet.

1998: Bgm. Josef Grübl und Schulleiterin Hildegard Heiß neu im Amt.
Unter ihrer Führung und der tatkräftigen Mithilfe von Schulamtsdirektor Helmut Weingärtner wurden Anbau und Generalsanierung Angriff genommen und ausgeführt.

Mit der Planung wurde Architekt Andreas Zellhuber, Taufkirchen beauftragt.

(Schulgeschichte verfaßt von Josefine Münsterer und Hildegard Heiß)

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Schulhaus 1961 mit dem neuen Anbau für die Gemeindekanzlei

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Schulhaus vor dem Umbau

Verlauf der Baumaßnahme in Stichpunkten:

1999: Verhandlungen mit der Regierung
Aug. 2000: 1. Spatenstich, anschl. Abbruch der „Gemeindekanzlei“ (seit 1982 Werkraum)
Sept. 2000: Baubeginn für den Neubau
Okt. 2000: Kellerdecke Neubau
Dez. 2000: Dach/Neubau – der Rohbau wird „eingewintert“
Mai 2001: Fertigstellung des Neubaus
Pfingstferien 2001: Umzug in den Neubau (sehr beengt, aber staubfreier Unterricht mögl., Unt.material in Schachteln)
Aug. 2001: Altbau wird „ausgehöhlt“, Fenster- u. Türstöcke entfernt,1 Klassenzimmer im EG zur Pausenhalle umgebaut, z.T. neue Raumeinteilung geschaffen, Decken eingezogen
Sept. 2001: Der Altbau bekommt ein neues Dach
Okt. 2001: Wärmeisolierung am Altbau
Winter 01/02: Innenausbau im Altbau
Ab Mai 2002: Gestaltung der Außenanlagen, Pflasterarbeiten Einbau des Brunnens (gestiftet v. Architekt Zellhuber)
Juli 2002: Alle Räume bezugsfertig, neue Möblierung, Verteilung d. Klassenzi. für das neue Schuljahr, einrichten der Lehrmittelzimmer, des Lehrerzimmers, des Büros…
Sept. 2002: Mit Beginn des neuen Schuljahres sind alle Räume voll nutzbar. Es beginnt die Schulhausgestaltung.
Herbst 2002: Bepflanzen der Außenanlagen
2. Mai 2003: Offizielle Einweihung
3. Mai 2003: „Tag der offenen Tür“, die „neue Schule“ wird der Öffentlichkeit präsentiert

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Schulgeschichte von Münchsdorf

Gründungszeit

Ein Schreiben der Gutsherrschaft zu Münchsdorf an den König von Bayern vom Jahr 1743 berichtet über den ersten Schulmeister in Münchsdorf. Danach wurde dem „Mesner aufgetragen, eine Schule in seinem Haus zu halten. So wurden Mesner- und Schuldienst miteinander vereinigt und von der Gutsherrschaft bezahlt“.

Die Wohnstube des Mesners wurde als Schulzimmer eingerichtet, „wo die Kinder sehr gedrängt nebeneinander sitzen mussten“. Der erste mit Namen bekannte Schulmeister ist Michael Lorenz, „ein herrschaftlicher Gärtner, der als Schulmeister und Mesner von der Herrschaft aufgenommen wurde. Von dieser Zeit an erscheint ein Mesner und Schullehrer in den Akten, auch in den Akten der Almosenstiftung, weil sein Einkommen nicht hinreichend war und der Schullehrer und Mesner stets von dieser Stiftung unterstützt werden musste“.
Im Jahr 1779 übergab die Witwe des Michael Lorenz mit Zustimmung der Herrschaft an ihre Tochter Anna Maria „und den sie ehelichenden Georg Altenbuchner, einem damaligen Türmergesellen von Pfarrkirchen den Schul- und Mesnerdienst“, der bis zu seinem Tode 1806 als Schulmeister und Mesner wirkte. Im Jahr 1802 wurde die Schulpflicht eingeführt. Während vorher die Gutsherrschaft die Eltern aufforderte, ihre Kinder in die Schule zu schicken, aber der Schulbesuch freiwillig war, so waren ab 1802 „alle schulfähigen Kinder vom 6ten Jahr“ zum Schulbesuch verpflichtet. Einer eigenen Schulgründung bedurfte es in Münchsdorf bei Einführung der Schulpflicht nicht, im Gegensatz zu anderen Filialdörfern, wo die Schulen erst in den Jahren nach 1802 entstanden.

Schulsprengel

Bei der Bildung des Schulsprengels Münchsdorf wurden die Grenzen der Pfarrei Obergrafendorf zugrunde gelegt. Zum Schulort der Pfarrschule wurde nicht der Sitz der Pfarrei Obergrafendorf, sondern Münchsdorf als Filialdorf zu Obergrafendorf wegen der zentralen Lage und größeren Einwohnerzahl bestimmt. Ein Verzeichnis aus dem Jahr 1823 führt die „zum Schulbezirk eingeschulten Untertanen“ auf:
vom Landgericht Landau, nördlich der Kollbach: Dellendorf 10, Haidenburg (Heidersberg) 1, Leblfing (Leberfing) 1, Schmiedhub 1; Gesamtzahl der „schulpflichtigen Eltern“ = 101.
Im Jahr 1868 beantragten die Eltern der Ortschaft Haida die Ausschulung nach Thanndorf. Lehrer Stöberl von Münchsdorf widersetzt sich dieser Umschulung mit der Begründung, dass Haida, aus drei Häusern bestehend, seit „unfürdenklichen Zeiten zum Schulsprengel Münchsdorf gehört und das Schulgeld dieser Ortschaft einen Teil des Einkommens des Schullehrers von Münchsdorf bildet. Haida gehört zur Pfarrei Obergrafendorf. Es ist besser, wenn Kinder ein und derselben Pfarrei die Pfarrschule besuchen und nicht in eine fremde Schule  eingeschult werden“. Auch die Distriktsschulinspektion (DschI.) und die Regierung lehnen die Ausschulung ab. Im Jahr 1878 beantragt Martin Heiß von Schmiedhub die Einschulung nach Mariakirchen mit der Begründung, dass der Weg von Schmiedhub nach Münchsdorf über Wiesen in das Kollbachtal ¾ Stunden beträgt, „im Winter sehr eisig ist, wodurch sich die Kinder fürchten“. Lehrer und Schulsprengelvertretung lehnen eine Umschulung ab. Im Jahr 1883 strebt Karl Stadler von Viehhausen, dem sich später die drei Bauern aus Haida (Dobler, Gaishauser, Hausbeck) anschließen, die Einschulung nach Thanndorf an. Stadler erklärt, aus freien Stücken 20 Mark auszulegen, wenn seiner Umschulung kein Hindernis in den Weg gelegt wird. Trotz ablehnender Haltung der Schulsprengelvertretung genehmigt die Regierung am 5. Mai 1885 den Antrag der Anwesensbesitzer von Viehhausen, Haida und Grub, da der Weg kürzer und bequemer sei und die Anwesensbesitzer ohnehin zur Gemeinde Thanndorf gehören. Im Jahr 1899 teilen sich die Ortschaften des Schulsprengels in folgende Gemeinden auf:

Gemeinde: Ortschaften
Münchsdorf: Münchsdorf, Osterndorf
Sattlern: Dellendorf
Schmiedorf: Leberfing, Holzhäuser
Thanndorf: Obergrafendorf
Untergrafendorf: Mainberg

Schulgebäude

Im Mesnerhaus zu Münchsdorf wird die Wohnstube das Unterrichtslokal. „Bei der Normal- und Feiertagsschule zu Münchsdorf war kein eigenes Gebäude, kein eigenes Lehrzimmer vorhanden; es wurde im Mesnerhaus die äußerst schlechte und engfängige, nebstbei tiefgelegene, düstere Wohnstube des Mesners dazu benützt, wo die Kinder sehr gedrängt nebeneinander sitzen mussten, welches nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch dem Unterricht selbst höchst nachteilig war. Es ist aber höchst notwendig geworden, auf eine abgesonderte Schulwohnung mit einem ordentlichen Lehrzimmer zu trachten“.
Im Frühjahr 1805 wurde mit dem Bau eines Schulhauses begonnen. „durch das Bemühen des Lokalschulinspektors (LschI.) Huber hat man beinahe ein niedlich zweckmäßiges und geräumiges Schulzimmer mit dem Gemäuer unter das Dach aufgeführt. Nun aber gebrechen Materialienmittel und Aussichten, dieses so nützliches Beginnen zu vollenden“. Nach höchster Verordnung der Curfürstl. Landesdirektion von Bayern vom 17. April 1802 „soll dafür gesorgt werden, dass die Materialien abgetragener Kapellen vorzüglich zur Reparation oder Erbauung von Schulhäusern verwendet werden“. Das Mandl’sche Hofmarksgericht Münchsdorf stellt Antrag auf Abbruch der Johannes-Filialkirche zu Dellendorf (im Besitz der Baron von Mandl’schen Herrschaft, ca. 2 km westlich von Münchsdorf gelegen), da es „notwendig wurde, Schulwohnung und Lehrerzimmer mit geringen Kosten herzustellen“. Auf diesen Antrag hin fordert die Kirchenadministration zu München am 22. Juni 1804 einen Bericht an über das Vermögen, die Anzahl der jährlichen Gottesdienst der Filialkirche und ob die Filialkirche mit dem Sanctissimum versehen ist. Mit Erlaubnis der Landesdirektion von Baiern und des Kirchenadministrationsrates vom 6. und 16. August 1804 wurde die „Demolierung“ der Filialkirche genehmigt. Dem Hormarksgericht wird aufgetragen,“ die Filialkirche zu demolieren, das Material zum Schulzimmerbau zu verwenden, das Kapital von 22 Gulden (Vermögen der Filialkirche), sowie auch dem erlösten Betrag aus dem Paramenten und Glocken als Entschädigung hinüberzugeben“.

Lehrer

1743: Michael Lorenz
1779-1806: Georg Altenbuchner
1806-1840: Ignaz Altenbuchner
1840: Anton Altenbuchner
1840-1841: Georg Zitzelsperger (Schulverweser)
1841-1843: Polikarp Farber (Schulprovisor)
1843-1856: Michael Altmann
1856-1860: Anton Huber (von Greising nach Mariakirchen)
1860: Franz Xaver Friedl (von Dommelstadel)
1860-1867: Josef Schindler (von Rastbüchl nach Loitzendorf)
1767-1871: Georg Stoeberl (von Hainberg nach Arnstorf)
Josef Lechner (von Riggerding, rückgängig gemacht)
1871-1878: Anton Heiß (von Huldsessen)
1878-1882: Georg Langfellner
1882-1897: Theodor Müller (nach Haselbach)

1896: 1. Lehrstelle: Theodor Müller, 2. Lehrstelle: Josef Sträußl
1897-1903: 1. Lehrstelle: Josef Sträußl, 2. Lehrstelle: Max Ziegler (von Eggenfelden)
1899: 2. Lehrstelle: Anna Dummrauf
1900: 2. Lehrstelle: Berta Schwarz
1901: 2. Lehrstelle: Maria Dillinger (von Zell)
1903-1920: 1. Lehrstelle: Georg Engelbrecht (nach Hunderdorf)
1903-1907: 2. Lehrstelle: Maria Richter (von Hofdorf, 1907 in den Ruhestand versetzt)
1907-1909: 2. Lehrstelle: Rosa Fronhofer (nach Peterskirchen)
1909-1914: 2. Lehrstelle: Berta Hoppichler (von Dirnaich, 1914 auf Ansuchen entlassen)
1910-1911: 2. Lehrstelle: Amalie Buchner (von Hauzenberg nach Vilsbiburg)
1911-1913: 2. Lehrstelle: Richard Plenk (von Mirskofen, 1913 dienstenthoben wegen Militärpflicht)
1913-1924: 2. Lehrstelle: Wilhelm Müller (von Vilshofen nach Schönau, 1914 dienstenthoben wegen Militärpflicht)
1914: 2. Lehrstelle: Albert Ruhland (nach Thurmannsbang), 2. Lehrstelle: Maria Eisenreich (von Johanniskirchen)
1920: 2. Lehrstelle: Friedrich Haider
1920-1954: 1. Lehrstelle: Josef Kolböck (von Urain)
1926: 2. Lehrstelle: Maria Haider, 2. Lehrstelle: Adelhaid Neumeier
1926-1929: 2. Lehrstelle: Maria Girtl (nach Lam)
1929-1930: 2. Lehrstelle: Luise Weckler (nach Freyung)
1930: 2. Lehrstelle: Theres Schandl
1946: 2. Lehrstelle: Hella Schieber

1952-1954: 1. Lehrstelle: Josef Kolböck, 2. Lehrstelle: Hella Schieber, 3. Lehrstelle: Josef Stocker
1953-1954: 3. Lehrstelle: Manfred Trisl
1954-1960: 1. Lehrstelle: Franz Friedrich, 2. Lehrstelle: Theres Aigner, 3. Lehrstelle: Manfred Trisl
1960-1969: 1. Lehrstelle: Jakob Werni, 2. Lehrstelle: Theres Aigner, 3. Lehrstelle: Walter Riedel

Unterricht

Schon in den ersten Jahren nach Einführung der Schulpflicht scheinen die Schulverhältnisse in Münchsdorf geordnet zu sein. Das Generalkommissariat des Unterdonau-Kreises teilt dem Münchsdorfer LschI. mit, dass „dem Schullehrer Altenbuchner wegen Lerneifers und seiner guten Sitten die Zufriedenheit des Generalkommissariats zu eröffnen ist. Freiherr von Mandl ist um die Schule sehr verdient, und dem eifrigen LschI. Huber wird unter Bezeigung der Zufriedenheit mit seiner bisherigen Amtsführung die fernere Leitung der Schule bestens empfohlen“.

Schon im Jahr 1810 wird ein Industriegarten für Obst- und Gemüsebau angestrebt. 1874 wird der Schulgarten beschrieben: Er ist ganz schön an der Friedhofsmauer gelegen, ist 6 Dezimale groß, ist gehörig umfriedet und wird als Baumschule und Gemüsegarten zum Unterricht der Jugend benutzt. Im Jahr 1899 wird der Schulgarten ebenfalls als Baumschule und Gemüsegarten verwendet; jedoch wird er größtenteils zum Gemüsebau für den eigenen Bedarf des Lehrers benützt.

1874 besteht die Werktagsschule aus einer Klasse, die in 4 Abteilungen aufgegliedert ist, die gleichzeitig unterrichtet werden: 1. Schülerjahrgang (Vorbereitungsklasse), 2./3. Schülerjahrgang, 4./5. Schülerjahrgang, 6./7. Schülerjahrgang.

Lehr- und Lernmittel: Fibel von Hofmann, Rechenbuch von Heune, Sprachbuch von Englbrecht, biblische Geschichte, Landkarten von Bayern, Deutschland und Europa, Zählmaschine, Globus, Bilder von Gift- und Handelspflanzen, Fürstenbilder, Metermaß und Gewichte, Aufsatzvorschriften.

Unterricht wird erteilt in Handarbeit, im Turnen, Gesang und in der Obstbaumzucht. Die Arbeitslehrerin (für Handarbeit) bezieht jährlich 24 Gulden und „ist gehörig befähigt“. Im Jahr 1856 bezog die Frau des Lehrers Huber „für die Erteilung in weiblichen Handarbeiten“ 10 Gulden.

Feiertagschule

Im Jahr 1803 wurde „in allen Städten, Märkten und Pfarrdörfern“ die Feiertagschule eingeführt. Zum Besuch dieser Schule waren alle Knaben und Mädchen vom 12. bis zum 18. Lebensjahr verpflichtet. Es ist verständlich, dass die Errichtung einer solchen Schule zu damaligen Zeiten auf dem Lande auf Schwierigkeiten stieß und erst allmählich erfolgt. Der Unterricht in diesen Altersstufen wird besonders für jene Jugendlichen fragwürdig gewesen sein, die vor 1802, als die Schulpflicht in der Werktagsschule eingeführt wurde, keine Schule besuchten und diese Feiertagschüler keine Kenntnisse in den Elementarfächern Lesen, Schreiben und Rechnen besaßen. So mahnt das Generalkommissariat des Unterdonau-Kreises am 12. Mai 1810 den LschI. zu Münchsdorf, dass „die Feiertagsschule gleich herzustellen und auf ihren ununterbrochenen Besuch mit aller Strenge zu dringen“ sei. Über die Feiertagsschule liegen keine Aufzeichnungen vor. In welch schwierigen Lage sich damals ein Lehrer befand, der Unterricht bei den 13- bis 18jährigen zu erteilen hatte, kommt im Versetzungsgesuch des Schulgehilfen Polykarp Faber, der an der Nachbarschule und 1841-1843 in Münchsdorf unterrichtete, vom 12. Dezember 1840 zum Ausdruck: „Beschwerden gibt es genug“, schreibt Faber in der Begründung seines Gesuches, „dass ich mich abends kaum aus dem Haus getrauen darf, um nicht durchgeprügelt zu werden:
1. wurde mir wegen eines Feiertagsschülers, der wegen dem Besuche von Tanzflächen der weltlichen Obrigkeit angezeigt wurde, von Seite des Bruders gedroht, sich bei der nächsten Gelegenheit zu rächen;
2. bekam ich von Seite eines Feiertagsschülers solche Grobheit während der Schulzeit, dass ich gleich das Schulzimmer hätte verwünschen können. Es wird immer ärger;
3. viele Eltern wurden wegen der vielen Schulversäumnisse bestraft; nun sind sie racheschnaubend gegen den Lehrer;
4. die Schulgemeinde muss zur Verpflegung des Schulgehilfen 50 Gulden dem Lehrer verabreichen, worüber ich die härtesten Reden verschlucken musste;
5. es ist nicht ein gebildeter Mensch hier, bei dem man durch Umgang Bildung gewinnen könnte. Ich stehe hier ganz isoliert“.
Die Feiertagsschule wurde im Laufe der Zeit des öfteren umbenannt: Sonntagsschule, Volksfortbildungsschule, ländliche Berufsschule, landwirtschaftliche Berufsschule.

Abschluss: Lt. Rechtsverordnung der Rgg. v. Ndb. v. 20.6.1969 wird die katholische Bekenntnisschule Münchsdorf aufgelöst. Es wird die „Grundschule Roßbach“ errichtet, zu deren Schulsprengel die Grundschüler (1.-4. Schjg.) eingegliedert wurden. Schulsitz ist die Gemeinde Roßbach, Schulorte sind Roßbach und Münchsdorf. Die Schjg. 5 mit 9 kommen zum Schulsprengel der Volksschule Arnstorf (Vollschule, 1 mit 9). Mit dieser Verordnung wurde die Schule Münchsdorf aufgelöst.

Quelle: Kitzinger, Ludwig: Geschichte der Schule Münchsdorf (gekürzt)

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